Ernst Seger

Bereits vermarkteter Nachlass - Ergebnisse zu Ernst Seger bei VAN HAM Kunstauktionen

Der in Schlesien geborene Bildhauer verließ mit 19 Jahren die Heimat und wechselte auf die Kgl. Kunst- und Gewerbeschule nach Breslau. Hier studierte er zunächst unter Robert Härtel und ab 1886 im Meisteratelier von Christian Behrens, mit dem er zusammen erste Großplastiken schuf. 
Erste größere Auftragsarbeiten erhielt er ab Ende der 1880er und Anfang der 1890er Jahre, darunter das Kriegerdenkmal von 1891 in Essen. Bekanntheit erlangte Seger allerdings später mit seinen weiblichen Aktdarstellungen. 1893/4 reiste er nach Paris, wo an der privaten Académie Julian und im Atelier von Auguste Rodin ausgebildet wurde. Hier verfeinerte sich, entgegen des Impressionismus Rodins, Segers Stil, der sich zunächst auf neubarocken Feilern stützte, zunehmend in die Richtung des Jugendstils und des Symbolismus. Seine wichtigste Arbeit zeigte er 1898 auf der Großen Berliner Kunstausstellung. Die Großplastik eines nackten Mädchens mit ausgebreiteten Armen, "Die Jugend" genannt, ist sein erfolgreichstes Kunstwerk. 

Fortan entstanden zahlreiche Tänzerinnen und weibliche Aktfiguren, deren Modelle er aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten an Gießereien wie Gladenbeck, Berlin, verkaufte, wo sie in großer Stückzahl vertrieben wurden.

Auf der großen Berliner Kunstausstellung von 1912 wurde er für die Figur "Die Siebzehnjährige" mit der goldenen Medaille für Kunst ausgezeichnet.

Seine naturalistischen Arbeiten fanden in den 1930er Jahren großen Anklang bei den Nationalsozialisten. In dieser Zeit fertigte er u. a. viele Plastiken von Sportlern, Arbeitern und auch Büsten u.a. für Lauchhammer, Rosenthal, Kunstabteilung Selb oder die Karlsruher Majolika (Hitler-Büste).

1937 bis 1939 war er auf der Großen Deutschen Kunstausstellung mit insgesamt 7 Werken vertreten, von denen drei Adolf Hitler ankaufte (Kraftgefühl, 1937; Lebenskraft und Gewichtheber, 1938).

Ernst Seger war Mitglied der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft und im Verein Berliner Künstler.

Ernst Seger

Ernst Seger ist Mitglied der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft und im Verein Berliner Künstler.

Erhaltene Werke unter anderem:

- Storchenbrunnen, 1931, Berlin-Tempelhof

- Figurengruppen Kampf und Sieg, Bismarck-Brunnen, Breslau

- Speerwerferin, Bronze, 1938, Grugapark Essen

- Kriegerdenkmal, 1891, Essen

- Sportkameraden, Bronze, 1936, Gummersbach

- Kaiser Wilhelm Denkmal, 1907, Neurode

- Jugend, Bronze, 1925, Villa Hügel (seit 1953 verschollen) und Nürnberg

 

VAN HAM betreute den wissenschaftlichen Nachlass von Ernst Seger (1868-1939). Dieser beinhaltete u.a. das von dem Bruder Fritz Seger angefangene Werkverzeichnis, das unter der Leitung von Prof. Peter Bloch, Berlin, fortgeführt wurde, sowie die Autobiographie und die Biographie des Bruders. 

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